08.10.2009, Pressemitteilung, Offener Brief an FDP-Chef Westerwelle
PRESSEMITTEILUNG
Offener Brief an
FDP-Chef Westerwelle
„Ablehnung der
elektronischen Gesundheitskarte bei Koalitionsverhandlungen prägnant
thematisieren!“
ERKRATH – „Die FDP muss
aufgrund der aktuellen Entwicklung im Bereich der Ärztekammer Nordrhein nunmehr
ihre vielfach bekundete Ablehnung der elektronischen Gesundheitskarte
unverzüglich vordringlich und damit wegweisend in die laufenden
Koalitionsverhandlungen einbringen“, begründet Martin Grauduszus, Präsident der
‚Freien Ärzteschaft’ (FÄ) einen ‚Offenen Brief’ an den FDP-Vorsitzenden Dr.
Guido Westerwelle und weitere Mitglieder der FDP-Verhandlungsgruppe. Die
liberale Partei sei „Garant für die Einhaltung des Datenschutzes“ heißt es in
dem Schreiben.
Der Hintergrund für den
‚Offenen Brief’: in seiner letzten Sitzung hatte der Vorstand der Ärztekammer
Nordrhein seinen Beschluss vom 4. März, den niedergelassenen Kollegen in
Nordrhein die Anschaffung der neuen Lesegeräte für die einzuführende
elektronische Gesundheitskarte nicht zu empfehlen, plötzlich revidiert und den
Entschluss zur Anschaffung dieser Lesegeräte nunmehr „der unternehmerischen
Entscheidung der Kolleginnen und Kollegen“ zu überlassen. Damit würden,
befindet Grauduszus, „die Kollegen in der Testregion Nordrhein entgegen der
Beschlüsse dreier Deutscher Ärztetage unter Druck gesetzt.“
Der FÄ-Präsident weist
die FDP-Politiker darauf hin, dass der Protest der deutschen Ärzteschaft gegen
die neue Karte „ganz wesentlich auf ethische Bedenken gegründet ist, da mit der
neuen Karte die Vertraulichkeit des Arzt-Patienten-Verhältnisses und die
ärztliche Schweigepflicht unwiederbringlich ausgehebelt werden.“
„Für die FDP ist die
Freiheit der Berufsausübung, die gerade im ärztlichen Bereich ihre Logik und
Berechtigung durch die absolute Vertraulichkeit und Verschwiegenheit bezieht,
ein hohes Gut, das sich in der politischen Manifestation Ihrer Partei prägnant
darstellt“, schreibt der FÄ-Präsident an den FDP-Chef, „nicht zuletzt deshalb
haben viele Kolleginnen und Kollegen Ihnen am 27. September ihr Vertrauen
geschenkt und viele Menschen dazu bewogen, dies ebenso zu tun.“
Mit dem entschiedenen
Einsatz gegen die elektronische Gesundheitskarte im Rahmen der
Koalitionsverhandlungen könne die FDP „Ärzten und Patienten ein wichtiges
Signal ihrer Kompetenz und damit für den Fortbestand der grundgesetzlich
garantierten Unverletzlichkeit der Persönlichkeit eines jeden Einzelnen
vermitteln.“
Hinweis an die
Redaktionen: Den Brief im Wortlaut finden Sie im Anhang.
Für
Rückfragen: Peter Orthen-Rahner, 0173 – 6017351,