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01.12.2009, Grußschreiben der Freien Ärzteschaft an Dr. Günter Gerhardt, Vorsitzender der KV Rheinland-Pfalz


Herrn
San.-Rat Dr. med Günter Gerhardt
Vorsitzender der KV Rheinland-Pfalz
Isaac-Fulda-Allee 14
55124 Mainz

Sehr geehrter Herr Kollege Gerhardt,

zu Ihrer heutigen Demonstration in Mainz sende ich Ihnen die solidarischen Grüße der ‚Freien Ärzteschaft’ und versichere Ihnen und den rheinland-pfälzischen Kolleginnen und Kollegen unsere uneingeschränkte Unterstützung. Wir empfinden es als ermutigendes Signal, dass eine Kassenärztliche Vereinigung zu diesem Protest aufruft und sich damit des mittlerweile viel zu engen Korsetts einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zumindest im Ansatz entledigt.

Ihre Kundgebung wendet sich mit voller Berechtigung gegen den drohenden Kollaps der ambulanten medizinischen Versorgung in unserem Land. Diese Entwicklung mit ausufernden bürokratischen Restriktionen und wirtschaftlichen Strangulationen bis hin zum wirtschaftlichen Aushungern der Einzel-Praxis und damit des bewährten und vertrauten „Doktors um die Ecke“ wurde in der Vergangenheit politisch zumindest geduldet, wenn nicht sogar vor dem Hintergrund einer politisch gewollten Industrialisierung der ambulanten Versorgung durch arztferne Kapitalgesellschaften aktiv gefördert.

Noch hat die neue Bundesregierung, an die gerade wir Ärztinnen und Ärzte doch einige Hoffnung knüpfen, noch nicht so richtig Tritt gefasst. Umso wichtiger ist es, dass Sie alle heute in Mainz deutlich machen, dass wir Ärztinnen und Ärzte nicht nur zu Wahlkampfzeiten fähig und in der Lage sind, unsere berechtigten Forderungen unvermindert und engagiert in die Öffentlichkeit zu tragen. So können Sie den heutigen Tag dazu nutzen, im Sinne der wirtschaftlichen Absicherung der Kolleginnen und Kollegen das direkte Vertragsverhältnis zwischen Arzt und Patient als zweite Säule neben dem Sachleistungsprinzip einzufordern – der Berliner Koalitionsvertrag ermöglicht und unterstützt diese Forderung!

Wir alle gemeinsam müssen weiter für den Erhalt der flächendeckenden wohnortnahen Versorgung durch wirtschaftlich unabhängige niedergelassene Haus- und Fachärzte kämpfen – zum Wohle der uns anvertrauten Patienten, in der Fürsorge für unsere unverzichtbaren Mitarbeiterinnen und in der Solidarität für die nachrückenden Ärztegenerationen.

In diesem Sinne: Gutes Gelingen und ein herzliches kollegiales „Glück auf“

Ihr

Martin Grauduszus

Präsident

Freie Ärzteschaft

Bergstraße 14 40699 Erkrath Tel.: 02104 138 59 75 Fax: 02104 44 97 32  


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Mi, 02.12.2009 16:06 / SM  Anfang