04.02.2010 Pressemitteilung, Grauduszus: "Herr Rösler sollte sich nicht beirren lassen."
3/2010 04.02.2010
Wer
nervös wird, hat was zu verbergen.
Grauduszus: „Herr Rösler sollte sich nicht beirren
lassen.“
ERKRATH – „Am Ende der
üblichen 100-Tage-Schonfrist für die neue Regierung wird Bundesgesundheitsminister
Rösler nicht umhin können, energischer in die entstandene gesundheitspolitische
Kakophonie einzugreifen!“ Martin Grauduszus, Präsident der ‚Freien Ärzteschaft’
(FÄ) monierte in diesem Zusammenhang die „kollektive Schnappatmung der üblichen
und unvermeidlichen Besserwisser“, die bereits begonnen hätten, Röslers
Befähigung zu seinem Amt in Frage zu stellen.
Die bisherigen Äußerungen
des Ministers seien sachorientiert und solide gewesen und ließen auf Erfolg
versprechendes Arbeiten hoffen. Seine erklärte Absicht, im Gesundheitswesen
alles auf den Prüfstand stellen zu wollen und die Gesundheitspolitik neu zu
definieren, sei nur zu begrüßen und nachhaltig zu unterstützen: „Wer in diesem
Zusammenhang nervös wird, hat entweder etwas zu verbergen oder fürchtet um
möglicherweise ungerechtfertigte Besitzstände“, erklärte Grauduszus. Insofern
sollte Herr Rösler sich nicht beirren lassen.
Eine umfassende
Finanzierungs-Reform im Gesundheitswesen ist nach Auffassung des FÄ-Präsidenten
unumgänglich. Hierbei müsste die vom Minister favorisierte und im
Koalitionsvertrag ausdrücklichfestgeschriebene Kostenerstattung mit sozialverträglicher Abfederung als
wichtiges Element in das Abrechnungssystem fest eingebaut werden: „Ein direktes
Vertragsverhältnis zwischen Patient und Arzt sorgt für Transparenz.“
Im Zusammenhang mit der
ausufernden Diskussion um Gesundheitsfonds und Zusatzbeiträge verwies
Grauduszus darauf, dass „Herr Rösler hier eine Altlast der Großen Koalition hat
übernehmen müssen, die im übrigen maßgeblich vom Koalitionspartner CDU/CSU
konstruiert worden ist.“ Auch hier sei ein Umsteuern dringend erforderlich.
Grundsätzlich sei die
Ärzteschaft bereit, konstruktiv an der gesundheitspolitischen Neuausrichtung
mitzuarbeiten: „Deshalb wäre es sicher hilfreich, Vertreter der Ärzteschaft von
Fall zu Fall zu den Beratungen der geplanten Regierungskommission einzuladen“,
gab Graudsuzus zu bedenken.
Für Rückfragen: Peter
Orthen-Rahner, Pressesprecher, 0173 - 6017351