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Hebel bei den Krankenkassen ansetzen
Grauduszus: „Klare Signale an die Basisärzte!“
HAMBURG/ERKRATH – „Klare
Signale an die Basisärzte“ erwartet Martin Grauduszus, Präsident der
‚Freien Ärzteschaft’ (FÄ) von Bundesgesundheitsminister Rösler. Gegenüber
der in Hamburg erscheinenden Tageszeitung „Arzt am Abend“ (Ausgabe Freitag, 12.02.2010) warnte er davor, die im
Mai anstehende Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen dürfe dringend notwendige
Aktivitäten in der Gesundheitspolitik nicht lähmen und „Aussitzen bis zu
diesem Termin ist grundfalsch“.
„Die letzte Wahl wurde in den
Warte- und Sprechzimmern entschieden“, machte der FÄ-Präsident deutlich,
„und so wie es jetzt läuft, werden sich die Kollegen in NRW nicht in gleicher
Weise mobilisieren lassen.“ Die Ärzte an der Basis wollten sich mit ihren
Sorgen und Nöten in der neu verantworteten Gesundheitspolitik wieder finden:
„Die von der Vorgängerregierung angerichtete Misere muss wieder gerichtet
werden!“
Zu dieser Misere zählt
Grauduszus die Honorarsituation der niedergelassenen Ärzte: „Die Gelder
kommen nicht da an wo sie hinmüssen – beim Arzt an der Basis“. Weiter stehe
das Gesundheitswesen insgesamt vor dem Kollaps, das Sachleistungssystem in der
gesetzlichen Krankenversicherung sei gescheitert und produziere immense Bürokratiekosten.
„Arzt und Patient schauen immer mehr in die Röhre!“
Insofern müsse Rösler den
Hebel bei den Krankenkassen ansetzen, hier ließen sich am schnellsten
Milliarden freisetzen: „Statt ungeniert immer mehr Geld für den eigenen
aufgeblähten Apparat und für unsinnige Marketingmaßnahmen zu verpulvern, müssen
diese Finanzmittel schnell bei den Patienten, Ärzten, Pflegediensten,
Physiotherapeuten und allen anderen Berufen, die direkt zur Gesundung Kranker
beitragen, ankommen“, forderte Grauduszus. Dies in Angriff zu nehmen, sei eine
„gigantische Aufgabe“ für den neuen Bundesgesundheitsminister.
Gleichzeitig distanzierte sich
Grauduszus von der allgemeinen Schelte für „den neuen Mann im BMG, auf
den eingedroschen und der verantwortlich gemacht wird für Dinge, für die seine
Vorgängerin Ulla Schmidt verantwortlich zeichnet.“ Und mit CDU/CSU säße
immer noch eine Partei in der Regierung, die für das Schmidt’sche Chaos
ebenfalls mit verantwortlich sei und die „im Moment alles tut, um Rösler Knüppel
zwischen die Beine zu werfen.“
Für Rückfragen: Peter
Orthen-Rahner, Pressesprecher, 0173 - 6017351 |