04.03.2010, Pressemitteilung, Grauduszus: "Krankenhäuser wildern im ambulanten Bereich."
Expansionsdrang
bei der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen
Grauduszus: „Krankenhäuser wildern im ambulanten Bereich.“
ERKRATH
– „Krankenhäuser wollen weiter möglichst ungebremst im ambulanten Bereich
wildern“, stellte Martin Grauduszus, Präsident der ‚Freien Ärzteschaft’ (FÄ)
angesichts der heutigen Pressekonferenz der Krankenhausgesellschaft
Nordrhein-Westfalen (KGNW) fest. Anders sei die Mahnung von KGNW-Präsident Dr.
Hans Rossels an die Politik nicht zu verstehen, die Beteiligung von Kliniken an
Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) nicht auf unter 50 Prozent zu begrenzen,
wie dies im Koalitionsvertrag vorgesehen sei. Die KGNW wolle „offenbar die flächendeckende
wohnortnahe Versorgung durch niedergelassene Haus- und Fachärzte zerschlagen.“
Je
mehr Krankenhausträger als Betreiber von MVZ aktiv würden, umso beängstigender
wachse zwangsläufig die Anzahl arztferner Kapitalgesellschaften, „für die
ausschließlich Profitorientierung und Gewinnmaximierung zählen zu Lasten von
medizinischen Behandlungs- und Versorgungsnotwendigkeiten“, machte der FÄ-Präsident
deutlich.
Dass
sich laut KGNW-Präsident Rossels durch an Krankenhäusern angesiedelte MVZ die
ambulante Versorgung in Gebieten, in denen niedergelassene Ärzte fehlten, gewährleisten
würden, verwies Grauduszus ins Reich der Fabel: „Nach wie vor werden in
Deutschland 94 Prozent aller Krankheitsfälle abschließend ambulant durch
niedergelassene Ärzte behandelt.“ Und wenn beispielsweise die Honorare für das
ambulante Operieren den Sätzen im stationären Bereich angeglichen würden – „wo
sie für die gleiche Leistung oft um ein Mehrfaches höher liegen“ – wäre mancher
wirtschaftliche Engpass im niedergelassenen Bereich zumindest abgemildert. Die
Realität aber sehe anders aus: „Die niedergelassenen Ärzte werden vielfach
buchstäblich ausgehungert und ruiniert.“ Hier sollte der Gesetzgeber
einschreiten – „und nicht die MVZ-Begehrlichkeiten aus dem Klinikbereich stützen“,
forderte Grauduszus.
Für
Rückfragen: Peter Orthen-Rahner, Pressesprecher, 0173 – 6017351